Die meisten Firmenwebsites erzählen, was ein Unternehmen ist. Die guten erzählen, was es für den Besucher tut. Dieser Unterschied klingt nach Marketing-Floskel, entscheidet aber darüber, ob aus 1.000 Besuchern zwei oder zwanzig Anfragen werden. Wenn ihr eine Firmenwebsite erstellen lassen wollt, ist die technische Umsetzung das kleinste Problem — die eigentliche Arbeit liegt in Struktur, Inhalten und Entscheidungen, die niemand außer euch treffen kann. Dieser Leitfaden zeigt, was dazugehört, was es kostet und wo Projekte typischerweise stecken bleiben.
Was eine Firmenwebsite 2026 leisten muss
Eine Firmenwebsite hat drei Aufgaben, und alle drei lassen sich messen. Erstens: gefunden werden — über Google, über KI-Suchsysteme, über Direkteingabe. Zweitens: Vertrauen aufbauen, bevor der erste Kontakt stattfindet. Drittens: den Kontakt so einfach wie möglich machen. Alles, was auf eurer Website keiner dieser drei Aufgaben dient, ist Dekoration.
- Sie ist die erste Recherchestelle: 8 von 10 B2B-Kaufentscheidungen beginnen mit einer Websitesuche
- Sie ist euer bestbezahlter Vertriebsmitarbeiter: rund um die Uhr erreichbar, nie krank, kostet einmalig
- Sie ist Bewerbungsplattform: Fachkräfte prüfen den Arbeitgeber, bevor sie sich bewerben
- Sie ist zunehmend Datenquelle für KI-Antworten — sauber strukturierte Inhalte werden dort zitiert, Bilder-Slider nicht
Die Seitenstruktur einer Firmenwebsite
Der häufigste Strukturfehler: eine einzige Seite „Leistungen“, auf der alles steht. Damit rankt ihr für nichts. Jede Leistung, die ein eigenes Suchvolumen hat, braucht eine eigene Seite mit eigener H1, eigenem Title und eigenem Inhalt. Das ist der Unterschied zwischen einer Website, die gefunden wird, und einer, die man nur findet, wenn man den Firmennamen kennt.
| Seite | Zweck | Pflicht? |
|---|---|---|
| Startseite | Positionierung in 5 Sekunden, Wegweiser | ja |
| Leistungsübersicht | Einstieg, Verteiler auf Detailseiten | ja |
| Leistung-Detailseiten | Ranking pro Suchbegriff, Tiefe | ja, 3–10 Stück |
| Über uns / Team | Vertrauen, Gesichter, Geschichte | ja |
| Referenzen / Projekte | Beweis statt Behauptung | ja |
| Kontakt | Formular, Telefon, Anfahrt, Karte | ja |
| Karriere | Stellen, Kultur, Bewerbungsprozess | bei Personalbedarf |
| Blog / Magazin | Sichtbarkeit für Informationssuchen | empfohlen |
| Branchenseiten | „Leistung für Zielgruppe X“ | bei klaren Zielgruppen |
| Standortseiten | lokale Sichtbarkeit je Ort | bei regionalem Geschäft |
| Impressum, Datenschutz | gesetzlich vorgeschrieben | ja |
Die Inhalte, die ihr liefern müsst
Hier scheitern 80 Prozent aller Website-Projekte am Zeitplan. Nicht an der Entwicklung — an fehlenden Inhalten. Agenturen können Struktur, Design und Technik liefern. Was sie nicht erfinden können, sind eure Zahlen, eure Referenzen und eure Fotos. Klärt vor dem Projektstart, wer intern was bis wann liefert.
- 1Firmenfotos: Team, Räume, Arbeit im Prozess — professionell fotografiert, kein Stock
- 2Referenzen: mindestens drei Projekte mit Ausgangslage, Vorgehen, Ergebnis, idealerweise mit Zahlen
- 3Kundenstimmen: schriftlich freigegeben, mit Name und Funktion — anonyme Zitate wirken erfunden
- 4Leistungsbeschreibungen: was genau ihr macht, für wen, in welchem Umfang, ab welchem Preis
- 5Zahlen und Fakten: Gründungsjahr, Mitarbeiterzahl, betreute Kunden, Zertifikate, Mitgliedschaften
- 6Logo und Markenmaterial in Vektorform, Hausschrift-Lizenzen, Farbwerte
- 7Rechtstexte: Impressum, Datenschutzerklärung — vom Anwalt oder aus geprüfter Quelle
Was eine Firmenwebsite kostet
| Unternehmensgröße | Umfang | Preisrahmen | Laufend/Monat |
|---|---|---|---|
| Einzelunternehmer | 4–6 Seiten, One-Pager-Logik | 3.500–7.000 € | 40–120 € |
| Kleinunternehmen (bis 20 MA) | 8–15 Seiten, CMS, Blog | 8.000–18.000 € | 80–250 € |
| Mittelstand (20–200 MA) | 15–40 Seiten, Karriere, mehrsprachig optional | 18.000–45.000 € | 200–600 € |
| Größerer Mittelstand | 40+ Seiten, Portal, Schnittstellen | 45.000–120.000 € | 500–2.000 € |
Die Spannen wirken groß, folgen aber einer klaren Logik: Der Preis skaliert mit der Anzahl individuell gestalteter Seitentypen, nicht mit der Anzahl der Seiten. Zwanzig Leistungsseiten nach demselben Muster kosten kaum mehr als fünf. Zwanzig Seiten mit jeweils eigenem Layout kosten das Vierfache.
- Nicht vergessen: Fotoshooting 1.500–4.000 €, Texterstellung 1.500–4.000 €, Rechtstexte 300–900 €
- Laufend: Hosting, Domain, SSL, Backups, Updates, Monitoring, kleine Änderungen
- Optional, aber sinnvoll: SEO-Betreuung ab 900 €/Monat, sonst verpufft die Investition nach einem Jahr
Ablauf und realistischer Zeitplan
| Phase | Dauer | Wer liefert | Ergebnis |
|---|---|---|---|
| Briefing & Discovery | 1–2 Wochen | beide | Zielbild, Anforderungen |
| Struktur & Konzept | 1–2 Wochen | Agentur | Sitemap, Wireframes |
| Inhaltserstellung | 3–6 Wochen | Kunde/Texter | Texte, Bilder, Referenzen |
| Design | 2–4 Wochen | Agentur | Designsystem, Schlüsselseiten |
| Umsetzung | 3–6 Wochen | Agentur | Klickbare Website |
| Korrektur & Test | 1–2 Wochen | beide | Freigabe |
| Launch | 2–5 Tage | Agentur | Live-Schaltung, Weiterleitungen |
Gesamt: 10–16 Wochen für eine mittelständische Firmenwebsite. Die Inhaltserstellung läuft parallel zu Design und Umsetzung — deshalb steht sie in der Tabelle früh. Wer sie nach hinten schiebt, verschiebt den Launch um genau diese Zeit.
Rechtliche Pflichten, die 2026 gelten
- Impressum nach § 5 DDG: vollständig, von jeder Seite in maximal zwei Klicks erreichbar
- Datenschutzerklärung nach DSGVO: alle eingesetzten Dienste einzeln benannt, mit Rechtsgrundlage
- Cookie-Consent: echte Wahlfreiheit, Ablehnen genauso leicht wie Zustimmen, keine Vorauswahl
- Barrierefreiheit: seit dem Barrierefreiheitsstärkungsgesetz für viele Unternehmen mit B2C-Angeboten verpflichtend
- Kontaktformular: Datenschutzhinweis und Zweckbindung, keine Pflichtfelder ohne Notwendigkeit
- Bildrechte: Lizenzen dokumentiert, Fotos von Mitarbeitern mit schriftlicher Einwilligung
Fünf Fehler, die wir immer wieder sehen
- 1Die Startseite erklärt das Unternehmen statt den Nutzen — Besucher wissen nach 5 Sekunden nicht, ob sie richtig sind
- 2Alle Leistungen auf einer Seite: keine Chance auf Rankings für einzelne Suchbegriffe
- 3Kontaktformular mit 12 Pflichtfeldern: jedes Feld über fünf kostet messbar Anfragen
- 4Stock-Fotos statt echter Bilder: Besucher erkennen das sofort, Vertrauen sinkt
- 5Nach dem Launch passiert nichts mehr: keine neuen Inhalte, keine Auswertung, kein Nachschärfen
Launch-Checkliste: 14 Punkte
- Alle alten URLs per 301 auf die neuen weitergeleitet
- Search Console eingerichtet, Sitemap eingereicht
- robots.txt gibt die Seite frei, kein noindex aus der Testphase übrig
- Alle Formulare getestet — kommt die Mail wirklich an, auch im Spam-Ordner geprüft?
- Impressum und Datenschutz vollständig und verlinkt
- Cookie-Consent funktioniert und blockiert Skripte vor Zustimmung
- SSL aktiv, http leitet auf https weiter
- Ladezeit auf Mobil unter 2,5 Sekunden (PageSpeed Insights)
- Auf iPhone, Android, Safari, Chrome und Firefox geprüft
- Titles und Meta-Descriptions für jede Seite individuell gesetzt
- Strukturierte Daten für Organization und LocalBusiness hinterlegt
- Google Business Profil mit der neuen Website verknüpft
- Backup eingerichtet und einmal testweise wiederhergestellt
- Redaktionsteam geschult, Zugänge dokumentiert und sicher hinterlegt
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Projekt anfragenHäufige Fragen
Was kostet eine Firmenwebsite?+
Wie lange dauert es, eine Firmenwebsite erstellen zu lassen?+
Welche Seiten braucht eine Firmenwebsite mindestens?+
Brauche ich ein CMS für meine Firmenwebsite?+
Was passiert nach dem Launch?+
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