Es gibt keine allgemein richtige Antwort auf die Frage, ob ihr eure Website von einer Agentur erstellen lassen solltet. Es gibt nur eine richtige Antwort für euren Fall — und die hängt an drei Größen: wie viel eure Website zum Umsatz beitragen soll, wie viel interne Zeit ihr wirklich habt und wie hoch euer Risiko ist, wenn etwas schiefgeht. Dieser Artikel führt euch durch den Vergleich, ohne die Agentur zum Standard zu erklären. Manchmal ist ein Freelancer besser. Manchmal reicht ein Baukasten. Und manchmal ist die Agentur die einzige Option, die am Ende nicht doppelt kostet.
Drei Wege im direkten Vergleich
| Kriterium | Selbst / Baukasten | Freelancer | Agentur |
|---|---|---|---|
| Kosten | 0–1.500 € | 2.500–12.000 € | 8.000–45.000 € |
| Euer Zeitaufwand | 40–120 Std. | 15–30 Std. | 10–20 Std. |
| Dauer | 2–8 Wochen | 4–10 Wochen | 8–16 Wochen |
| Strategie & Konzept | keine | je nach Person | eingeplant |
| Design | Template | meist gut | individuell |
| SEO-Substanz | gering | unterschiedlich | systematisch |
| Ausfallrisiko | gering | hoch (eine Person) | gering (Team) |
| Betreuung danach | selbst | wenn Zeit ist | vertraglich |
Die interessanteste Zeile ist die zweite. Ein Baukasten kostet fast kein Geld, aber 40 bis 120 Stunden eurer Zeit. Wenn eure Stunde intern 60 € wert ist, kostet die „kostenlose“ Website 2.400 bis 7.200 € an Opportunitätskosten — und ihr habt danach ein Template, das ihr selbst warten müsst. Das ist kein Argument gegen Baukästen, aber gegen die Illusion, sie seien gratis.
Ab wann sich eine Agentur rechnet
Wir nutzen im Erstgespräch eine einfache Rechnung: Was ist euch ein zusätzlicher Kunde wert, und wie viele braucht ihr, damit sich die Website amortisiert? Ein Handwerksbetrieb mit 8.000 € durchschnittlichem Auftragswert braucht zwei zusätzliche Aufträge, um eine 15.000-€-Website zu bezahlen. Ein Online-Shop mit 45 € Warenkorb braucht ein paar hundert Bestellungen. Beides kann realistisch oder utopisch sein — aber es ist rechenbar.
- Agentur sinnvoll ab: Website soll aktiv Leads bringen, mehrere Leistungen sollen ranken, mehrere Disziplinen greifen ineinander (Design, Text, SEO, Technik)
- Freelancer sinnvoll bei: klar umrissenem Projekt, vorhandenem Corporate Design, eigener Textkompetenz im Haus
- Baukasten sinnvoll bei: Einzelunternehmen, lokalem Geschäft ohne Online-Vertrieb, Budget unter 2.000 €
Nicht jede Agentur ist dieselbe Agentur
| Typ | Stärke | Schwäche | Passend für |
|---|---|---|---|
| Full-Service-Agentur | alles aus einer Hand | teurer, mehr Prozess | Marke + Website + Marketing |
| Webagentur | Technik, Umsetzung, Performance | wenig Markenarbeit | Website als Kern |
| Design-Studio | starke Gestaltung | Technik oft zugekauft | markengetriebene Auftritte |
| Performance-Agentur | Conversion, Ads, Messbarkeit | wenig Individualdesign | Websites mit Leadfokus |
| IT-Dienstleister | Systeme, Schnittstellen | Design und Text schwach | Portale, komplexe Logik |
Fragt konkret nach dem Anteil: Wie viel Prozent des Umsatzes macht die Agentur mit Websites? Wer zu 90 Prozent Social-Media-Betreuung verkauft und nebenbei Websites baut, hat kein eingespieltes Web-Team. Das muss kein Ausschlusskriterium sein, aber ihr solltet es wissen.
Das Briefing, das Angebote vergleichbar macht
Wenn drei Agenturen drei völlig unterschiedliche Angebote schicken, liegt das fast immer am Briefing. Ohne gemeinsame Grundlage kalkuliert jede etwas anderes — und ihr vergleicht Äpfel mit Motorrädern. Ein gutes Briefing passt auf zwei Seiten:
- 1Ausgangslage: Was habt ihr heute, was funktioniert nicht?
- 2Ziel: Was soll die Website in zwölf Monaten leisten — in Zahlen?
- 3Zielgruppe: Wer soll sie nutzen, mit welcher Frage kommt diese Person?
- 4Umfang: Wie viele Seiten, welche Funktionen, mehrsprachig?
- 5Vorhandenes: Logo, Corporate Design, Fotos, Texte, bestehendes Hosting
- 6Budgetrahmen: eine ehrliche Spanne, keine Geheimniskrämerei
- 7Zeitrahmen: gibt es einen fixen Termin, etwa eine Messe?
- 8Entscheidungsweg: Wer entscheidet intern, wie viele Freigabeschleifen?
Zwölf Fragen, die jede Agentur beantworten können muss
- 1Wer arbeitet konkret an unserem Projekt — Namen, Rollen, Erfahrung?
- 2Zeigt uns zwei Projekte, die unserem ähneln, mit Ergebnissen nach zwölf Monaten.
- 3Wie geht ihr vor, bevor ihr das erste Design zeigt?
- 4Welches System setzt ihr ein und warum genau dieses?
- 5Wer kann die Website nach dem Launch pflegen — wir, ihr, beide?
- 6Wem gehören Code, Designdateien und Zugänge nach Projektende?
- 7Wie viele Korrekturschleifen sind im Preis enthalten?
- 8Was kostet es, wenn wir nach Launch eine neue Unterseite brauchen?
- 9Wie stellt ihr sicher, dass die Seite technisch bei Google sauber ankommt?
- 10Wie testet ihr — Geräte, Browser, Barrierefreiheit, Ladezeit?
- 11Was passiert, wenn wir nach drei Monaten unzufrieden sind?
- 12Welche laufenden Kosten entstehen und wofür genau?
„Frage sechs entscheidet öfter über die nächsten fünf Jahre als das ganze Design-Portfolio. Wer euch Code und Zugänge nicht geben will, verkauft euch keine Website, sondern eine Abhängigkeit."
Angebote richtig vergleichen
Vergleicht niemals nur die Endsumme. Legt die Angebote nebeneinander und prüft, was jeweils enthalten ist. In der Praxis reicht eine kleine Tabelle mit sechs Zeilen:
| Position | Worauf ihr achtet |
|---|---|
| Konzeptphase | Enthalten oder „auf Zuruf“? Ohne Konzept wird das Design zur Geschmacksfrage. |
| Texte | Wer schreibt? Falls ihr — habt ihr die Kapazität wirklich? |
| Bilder | Shooting enthalten, Stock inklusive Lizenz, oder liefert ihr? |
| Korrekturschleifen | Anzahl fixiert oder offen? Offene Schleifen sind Nachtragsrisiko. |
| Testing | Eigener Posten oder verschwiegen? Ohne Testing wird der Kunde zum Tester. |
| Nach dem Launch | Gewährleistung, Wartungsvertrag, Stundensatz für Änderungen |
Warnsignale, bei denen ihr weitersuchen solltet
- Ein Festpreis ohne jede Rückfrage zu eurem Geschäft — dann ist es ein Template
- „Garantiert Platz 1 bei Google“ — das kann niemand garantieren, auch Google nicht
- Portfolio zeigt nur Logos von Kunden, keine echten Projekte mit Ergebnissen
- Der Verkäufer im Erstgespräch taucht danach nie wieder auf
- Kein Impressum mit ladungsfähiger Adresse, keine erreichbare Telefonnummer
- Vertrag mit 24 Monaten Laufzeit für eine einmalige Website-Erstellung
- Zugänge zu Domain oder Hosting laufen ausschließlich über die Agentur
Was gute Zusammenarbeit ausmacht
- Ein Ansprechpartner auf jeder Seite, mit Entscheidungsbefugnis
- Feste Termine statt loser Abstimmung: alle zwei Wochen 30 Minuten reichen meist
- Feedback gebündelt und schriftlich, nicht in fünf einzelnen Mails über drei Tage
- Freigaben verbindlich: Was freigegeben ist, wird nicht drei Wochen später neu diskutiert
- Änderungswünsche jenseits des Scopes ausdrücklich als solche behandeln und beauftragen
Der größte Kostentreiber in Website-Projekten sind nicht Agenturstundensätze, sondern Entscheidungsschleifen. Ein Projekt mit klarem Ansprechpartner und verbindlichen Freigaben läuft regelmäßig 30 Prozent günstiger als dasselbe Projekt mit einem sechsköpfigen Entscheidergremium.
Erstgespräch ohne Verkaufsdruck
Erzählt uns von eurem Vorhaben. Wir sagen euch ehrlich, ob eine Agentur die richtige Wahl ist, was realistisch machbar ist — und wenn es nicht passt, empfehlen wir jemanden, der besser passt.
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Was kostet eine Website bei einer Agentur?+
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Kein Pitch, keine Präsentation — ein Gespräch über euer Vorhaben und eine ehrliche Einschätzung, was es braucht.
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