Wer heute einen Anwalt sucht, gibt selten einen Kanzleinamen ein. Gesucht wird nach dem Problem: „Kündigung erhalten was tun“, „Abmahnung Filesharing“, „Erbengemeinschaft Streit“. Auf diese Suchen antworten überwiegend Portale, Legal-Tech-Anbieter und große Kanzleien mit eigenen Redaktionen. Für eine mittelgroße Kanzlei ist das trotzdem kein aussichtsloser Wettbewerb — sie muss nur an der richtigen Stelle antreten: bei den spezifischen, regional gefärbten Suchanfragen, auf die niemand mit Standardinhalten überzeugend antwortet. Dazu kommt ein Rahmen, den andere Branchen nicht haben: das anwaltliche Berufsrecht.
Die Ausgangslage: Wogegen ihr antretet
- Allgemeine Suchen („Anwalt Arbeitsrecht München“) werden von Portalen und Verzeichnissen dominiert
- Problemsuchen („Aufhebungsvertrag unterschreiben oder nicht“) sind für Kanzleien gut erreichbar — hier zählt Fachtiefe
- Mandanten vergleichen im Schnitt mehrere Kanzleien, bevor sie anrufen
- Der erste Kontakt ist häufig emotional: Angst, Ärger, Zeitdruck — der Ton der Website entscheidet mit
- Bewertungen und Erreichbarkeit sind für viele Mandanten wichtiger als das Kanzleidesign
Aufbau einer Kanzleiwebsite
| Bereich | Inhalt | Funktion |
|---|---|---|
| Kopfbereich | Rechtsgebiete, Telefon, Ersttermin-Button | sofortige Orientierung |
| Startseite | Schwerpunkte, Anwälte, Standort, Erstberatung | Einstieg und Verteiler |
| Rechtsgebietsseiten | je Schwerpunkt eine Seite, mandantenverständlich | Sichtbarkeit und Aufklärung |
| Anwaltsprofile | Werdegang, Schwerpunkte, Veröffentlichungen, Foto | persönliches Vertrauen |
| Ablauf und Kosten | wie eine Mandatierung läuft, wie abgerechnet wird | Hürden senken |
| Aktuelles | Urteilsbesprechungen, Gesetzesänderungen | Fachkompetenz und Sichtbarkeit |
| Kontakt | Telefon, Formular, Anfahrt, Erreichbarkeit | Abschluss |
Der am meisten unterschätzte Bereich ist „Ablauf und Kosten“. Viele Mandanten zögern, weil sie nicht wissen, was ein Erstgespräch kostet und ob sie sich damit schon binden. Wer erklärt, wie eine Erstberatung abläuft, was sie kostet und was danach passiert, senkt die Hemmschwelle deutlich — und filtert zugleich unpassende Anfragen heraus.
Rechtsgebietsseiten, die tatsächlich gelesen werden
Der klassische Fehler ist die Rechtsgebietsseite, die wie ein Lehrbuchauszug klingt. Mandanten suchen keine Definitionen, sondern Orientierung in ihrer konkreten Lage. Ein bewährter Aufbau:
- 1Die Situation benennen, in der sich der Mandant befindet — in seiner Sprache
- 2Was jetzt wichtig ist: Fristen, erste Schritte, häufige Fehler
- 3Wie ihr vorgeht: Ablauf einer Mandatsbearbeitung in diesem Gebiet
- 4Was es kostet: Abrechnungsart, Rahmen, Rechtsschutz-Hinweis
- 5Häufige Fragen als FAQ-Block, mit strukturierten Daten ausgezeichnet
- 6Ansprechpartner mit Foto und direktem Kontaktweg
Fristen sind dabei euer stärkstes Argument: Wer nach einer Kündigung erfährt, dass die Klagefrist drei Wochen beträgt, handelt sofort. Das ist keine Werbung, sondern Information — und genau deshalb wirkt es.
Vertrauen ohne Werbefloskeln
Anwaltliche Werbung ist zulässig, solange sie sachlich über die berufliche Tätigkeit informiert. Reißerische Selbstanpreisung ist es nicht. Das ist weniger Einschränkung, als es klingt — sachliche Information wirkt bei rechtlichen Themen ohnehin überzeugender.
| Statt | Besser |
|---|---|
| „Ihre Kanzlei Nummer 1“ | „Fachanwalt für Arbeitsrecht seit 2012“ |
| „Wir gewinnen für Sie“ | „Ablauf und mögliche Ausgänge im Überblick“ |
| „Beste Kanzlei der Region“ | „340 Kündigungsschutzverfahren seit Gründung“ |
| Stockfoto mit Waage und Paragraf | Foto der Anwältinnen und Anwälte in der Kanzlei |
| „Kostenlose Erstberatung“ pauschal | „Erstberatung nach § 34 RVG, Rahmen und Ablauf erklärt“ |
Berufsrecht und Pflichtangaben
Die folgenden Punkte gehören zum Standard jeder Kanzleiwebsite. Das ersetzt keine berufsrechtliche Prüfung im Einzelfall — die Feinheiten unterscheiden sich je nach Kammer und Sachverhalt.
- Impressum mit Berufsbezeichnung, Verleihungsstaat, zuständiger Rechtsanwaltskammer und berufsrechtlichen Regelungen samt Fundstelle
- Angaben zur Berufshaftpflichtversicherung mit Versicherer und räumlichem Geltungsbereich
- Fachanwaltsbezeichnungen nur führen, wenn sie verliehen wurden — Tätigkeitsschwerpunkte klar davon abgrenzen
- Erfolgsangaben nur sachlich und nachprüfbar, keine Erfolgsversprechen
- Mandantenbewertungen sind heikel: Verschwiegenheitspflicht beachten, keine Rückschlüsse auf Mandate zulassen
- Hinweis zur außergerichtlichen Streitbeilegung, soweit einschlägig
- Kontaktformulare verschlüsselt übertragen, keine Sachverhaltsschilderung als Pflichtfeld abfragen
- Hosting in der EU, Auftragsverarbeitungsverträge mit allen Dienstleistern
- Tracking und Karten erst nach aktiver Einwilligung laden
- Keine unverschlüsselte Übermittlung mandatsbezogener Daten per E-Mail-Formular
Vom Besucher zur Mandatsanfrage
- Telefonnummer prominent und klickbar — bei akuten Anliegen der wichtigste Weg
- Rückrufoption mit Zeitfenster für Menschen, die im Büro nicht frei sprechen können
- Kurzes Anfrageformular: Name, Kontakt, Rechtsgebiet, kurze Einordnung — keine Falldarstellung
- Erreichbarkeitszeiten und realistische Reaktionszeit nennen
- Erstberatung erklären: Ablauf, Dauer, Kosten, Unterlagen
- Hinweis auf Rechtsschutzversicherung und Deckungsanfrage
Was eine Kanzleiwebsite kostet
| Umfang | Enthalten | Preis | Laufend/Monat |
|---|---|---|---|
| Kompakt | 6–8 Seiten, 2–3 Rechtsgebiete, Profile, Kontakt | 5.000–9.000 € | 60–120 € |
| Standard | 12–20 Seiten, Rechtsgebiete mit Unterseiten, Aktuelles | 9.000–20.000 € | 120–350 € |
| Ausgebaut | 25+ Seiten, mehrere Standorte, Mandantenportal, mehrsprachig | 20.000–45.000 € | 350–800 € |
Die Amortisation ist bei Kanzleien in der Regel schnell erreicht, weil der Wert eines einzelnen Mandats hoch ist. Entscheidend ist weniger das Budget als die kontinuierliche Pflege: Kanzleiwebsites mit regelmäßigen Fachbeiträgen gewinnen über die Jahre deutlich an Sichtbarkeit — solche ohne verlieren sie.
Kanzleiwebsite mit Substanz
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Kanzlei-Website anfragenHäufige Fragen
Was kostet eine Website für eine Anwaltskanzlei?+
Was ist beim Anwaltswerberecht auf der Website zu beachten?+
Darf ich Mandantenbewertungen auf der Kanzleiwebsite zeigen?+
Wie werde ich als Kanzlei online gefunden?+
Darf ich ein Kontaktformular für Mandatsanfragen nutzen?+
Mandanten finden Kanzleien über Probleme, nicht über Namen.
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