Handwerksbetriebe stehen digital vor zwei Problemen gleichzeitig. Erstens: Kunden suchen längst online nach dem Elektriker, dem Dachdecker, dem Sanitärbetrieb — und finden dort Vergleichsportale statt regionaler Betriebe. Zweitens: Fachkräfte und Azubis prüfen den Arbeitgeber im Netz, bevor sie sich bewerben. Eine Website, die beides bedient, ist für einen Handwerksbetrieb kein Marketing-Nice-to-have, sondern Betriebsmittel. Dieser Artikel zeigt, wie sie aufgebaut sein muss, worauf es bei lokaler Sichtbarkeit ankommt und was das Ganze realistisch kostet.
Warum Webdesign für Handwerker anders funktioniert
Der typische Besucher einer Handwerker-Website hat es eilig, ist auf dem Smartphone und hat oft ein Problem statt eines Wunsches. Heizung aus, Wasser läuft, Fenster undicht. Diese Person liest keine Unternehmensphilosophie. Sie will drei Dinge in fünf Sekunden: Macht ihr das? Kommt ihr zu mir? Wie erreiche ich euch jetzt?
- Über 75 Prozent der Zugriffe kommen vom Smartphone — Mobil ist nicht die Nebenvariante, sondern der Standard
- Die Telefonnummer ist der wichtigste Call-to-Action, nicht das Kontaktformular
- Suchanfragen sind lokal und konkret: „Sanitär Notdienst Pasing“, nicht „innovative Haustechnik“
- Vertrauen entsteht über echte Fotos abgeschlossener Arbeiten, nicht über Stockbilder mit Bauhelm
- Wer nicht in Google Maps auftaucht, existiert für die Hälfte der Suchenden nicht
Der Aufbau, der funktioniert
| Bereich | Inhalt | Warum |
|---|---|---|
| Kopfbereich | Gewerk + Ort + Telefonnummer, immer sichtbar | beantwortet die drei Kernfragen sofort |
| Startseite | Leistungen als Kacheln, Einzugsgebiet, Notdienst-Hinweis | schnelle Orientierung |
| Leistungsseiten | je Gewerk eine Seite mit Ablauf, Preisrahmen, Beispielen | Ranking pro Suchbegriff |
| Referenzen | Projekte mit Vorher/Nachher, Ort und Umfang | Beweis statt Behauptung |
| Über uns | Team mit Fotos, Gründungsjahr, Meisterbetrieb, Zertifikate | Vertrauen |
| Karriere | offene Stellen, Ausbildung, Arbeitsalltag | Fachkräftegewinnung |
| Kontakt | Telefon, Formular, Karte, Anfahrt, Zeiten | Abschluss |
Der wichtigste Punkt steht in der dritten Zeile. Ein Betrieb, der Bad, Heizung und Notdienst anbietet, braucht drei Seiten — nicht eine Seite „Unsere Leistungen“ mit drei Absätzen. Nur so könnt ihr für „Badsanierung München“ und „Heizungsnotdienst München“ gleichzeitig ranken.
Einzugsgebiet sichtbar machen
Nennt die Orte, in denen ihr arbeitet, ausdrücklich — im Text, nicht nur in einer Karte. Wenn ihr in fünf Gemeinden tätig seid und dort echte Referenzen habt, lohnen sich eigene Standortseiten mit jeweils konkretem Inhalt. Aber Vorsicht: Zwanzig identische Seiten, in denen nur der Ortsname getauscht ist, wertet Google als Doorway Pages ab. Eine Seite pro Ort nur dann, wenn ihr sie mit echten Projekten füllen könnt.
Lokal gefunden werden
Für Handwerksbetriebe ist lokale Sichtbarkeit meist wichtiger als die klassische Website-SEO. Das Google Business Profil erscheint über den organischen Ergebnissen und beantwortet Anrufwunsch, Route und Öffnungszeiten direkt.
- 1Google Business Profil vollständig ausfüllen: Kategorie, Leistungen, Einzugsgebiet, Zeiten, Fotos
- 2Kategorien präzise wählen — die Primärkategorie hat den größten Einfluss auf lokale Rankings
- 3Echte Fotos hochladen, monatlich ergänzen: Betriebe mit aktuellen Bildern bekommen deutlich mehr Anfragen
- 4Bewertungen aktiv einsammeln: nach jedem abgeschlossenen Auftrag fragen, per QR-Code auf der Rechnung
- 5Auf jede Bewertung antworten, auch auf kritische — sachlich, ohne Rechtfertigung
- 6NAP-Konsistenz: Name, Adresse, Telefon exakt gleich auf Website, Google, Branchenverzeichnissen
- 7LocalBusiness-Schema auf der Website hinterlegen, mit Öffnungszeiten und Einzugsgebiet
Wie ihr lokale Rankings systematisch aufbaut, haben wir im Guide zu lokalem SEO ausführlicher beschrieben — inklusive der Frage, wie viele Bewertungen ihr in welchem Zeitraum realistisch sammeln solltet.
Die Website als Recruiting-Kanal
Für viele Handwerksbetriebe ist die Personalsuche inzwischen dringlicher als die Auftragslage. Eine Karriereseite, die mehr sagt als „Wir suchen Verstärkung“, ist der günstigste Recruiting-Kanal, den ihr habt — sie kostet einmalig und läuft dann.
- Konkrete Stellenanzeigen als eigene Unterseiten, nicht als PDF — PDFs ranken schlecht und lesen sich mobil schlecht
- Gehaltsrahmen nennen: Anzeigen mit Gehaltsangabe bekommen deutlich mehr Bewerbungen
- Arbeitsalltag zeigen: Fotos vom Team, den Fahrzeugen, der Werkstatt, echten Baustellen
- Ausbildung eigenständig behandeln — Eltern recherchieren mit, sie suchen andere Informationen als Bewerber
- Bewerbung in zwei Minuten ermöglichen: Formular mit Name, Kontakt, Upload — kein Anschreiben verlangen
- WhatsApp- oder Rückrufoption anbieten, besonders für gewerbliche Stellen
„Ein Kunde aus dem Elektrohandwerk hat mit einer überarbeiteten Karriereseite und Kurzbewerbung im ersten Halbjahr elf Bewerbungen bekommen — vorher waren es zwei im ganzen Jahr. Die Seite kostete 2.400 €."
Bilder: der unterschätzte Hebel
Handwerk ist ein sichtbares Gewerk, und genau das ist euer Vorteil. Ein Vorher-Nachher-Bild einer sanierten Dusche überzeugt mehr als drei Absätze Text. Trotzdem arbeiten die meisten Handwerker-Websites mit Stockfotos — erkennbar am Modell mit sauberem Hemd und perfekt sitzendem Helm.
- Einmaliges Shooting: Team, Fahrzeuge, Werkstatt, zwei laufende Baustellen — Halbtag, 800–2.000 €
- Laufend: Handyfotos von jedem abgeschlossenen Auftrag, mit Zustimmung des Kunden
- Vorher-Nachher-Paare sind das stärkste Format — sammelt sie systematisch
- Bilder komprimieren und in WebP ausliefern, sonst kostet die Bildstrecke Ladezeit
- Aussagekräftige Dateinamen und Alternativtexte: „badsanierung-muenchen-fliesen.webp“ statt „IMG_4213.jpg“
Was eine Handwerker-Website kostet
| Umfang | Enthalten | Preis | Laufend/Monat |
|---|---|---|---|
| Kompakt | 5–6 Seiten, mobil, Kontakt, Google-Profil eingerichtet | 3.500–6.000 € | 40–90 € |
| Standard | 8–12 Seiten, Leistungsseiten, Referenzen, Karriere, lokale SEO-Basis | 7.000–14.000 € | 90–200 € |
| Ausgebaut | 15+ Seiten, Standortseiten, Stellenportal, Terminanfrage | 14.000–28.000 € | 200–450 € |
Die Amortisationsrechnung ist im Handwerk unkompliziert, weil die Auftragswerte hoch sind. Bei einem durchschnittlichen Auftragswert von 6.000 € amortisiert sich eine 9.000-€-Website mit zwei zusätzlichen Aufträgen. Bei einer Badsanierung mit 25.000 € reicht ein einziger.
Sieben Fehler, die Aufträge kosten
- 1Telefonnummer nicht klickbar oder erst im Impressum auffindbar
- 2Alle Leistungen auf einer Seite — dadurch kein Ranking für einzelne Gewerke
- 3Stockfotos statt echter Arbeiten: Besucher erkennen das sofort
- 4Kein Einzugsgebiet genannt: Besucher wissen nicht, ob ihr überhaupt kommt
- 5Kontaktformular mit zehn Pflichtfeldern, obwohl Name, Telefon und Anliegen reichen
- 6Keine Bewertungen eingesammelt, obwohl die Kunden zufrieden sind
- 7Website seit vier Jahren unverändert: veraltete Preise, alte Teamfotos, tote Links
Website, die klingelt statt nur gut aussieht
Wir bauen Websites für Handwerksbetriebe, die auf lokale Suche, schnelle Kontaktaufnahme und Fachkräftegewinnung ausgelegt sind. Erstgespräch kostenlos.
Projekt anfragenHäufige Fragen
Was kostet eine Website für einen Handwerksbetrieb?+
Brauche ich als Handwerker überhaupt eine Website, wenn ich ausgelastet bin?+
Was ist wichtiger: Website oder Google Business Profil?+
Wie bekomme ich mehr Bewertungen?+
Lohnen sich eigene Seiten für jeden Ort im Einzugsgebiet?+
Handwerk sichtbar machen.
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