Webflow hat sich als Zwischenstufe etabliert: mehr Gestaltungsfreiheit als ein Baukasten, weniger Aufwand als eine Eigenentwicklung, kein Update-Zwang wie bei WordPress. Der Preis dafür ist ein Lizenzmodell, das auf den ersten Blick günstig wirkt und in der Summe regelmäßig unterschätzt wird — weil sich Kosten auf mehrere Ebenen verteilen. Dieser Artikel schlüsselt auf, was tatsächlich anfällt, was eine Agentur für die Umsetzung berechnet und für welche Vorhaben sich der Weg rechnet.
Was Webflow ist — und was nicht
Webflow ist ein gehosteter visueller Editor, mit dem sich Websites weitgehend frei gestalten lassen, ohne Code zu schreiben. Das Ergebnis wird auf Webflows Infrastruktur ausgeliefert. Anders als bei einem klassischen Baukasten arbeitet man dabei nah an den zugrunde liegenden Webtechnologien — was mehr Freiheit bedeutet, aber auch mehr Fachwissen verlangt.
- Kein eigener Server, keine Updates, keine Plugin-Pflege
- Gestaltungsfreiheit deutlich über Baukastenniveau
- Eingebautes Redaktionssystem für strukturierte Inhalte
- Kein vollständiger Code-Export für die laufende Website — ihr bleibt an die Plattform gebunden
- Bedienung ist nicht selbsterklärend: Ohne Grundverständnis von Layout und Struktur wird es schnell unübersichtlich
Lizenzkosten verstehen
Webflow trennt zwei Ebenen, und genau das führt regelmäßig zu Überraschungen: Site-Pläne pro veröffentlichter Website und Workspace-Pläne pro Team. Wer nur die Site-Preise vergleicht, unterschätzt die Gesamtkosten.
| Ebene | Wofür | Größenordnung pro Monat |
|---|---|---|
| Site-Plan Basis | einfache Website ohne Redaktionssystem | ca. 14–20 € |
| Site-Plan mit CMS | Website mit strukturierten Inhalten, Blog | ca. 25–35 € |
| Site-Plan Business | höherer Traffic, mehr Inhalte | ca. 45–60 € |
| Workspace für Teams | je Person mit Bearbeitungsrechten | ca. 20–35 € |
| E-Commerce-Aufschlag | Shop-Funktionen | ab ca. 30 € zusätzlich |
Für ein kleines Unternehmen mit einer Website und zwei bearbeitenden Personen landet man realistisch bei 60 bis 100 € im Monat, also 720 bis 1.200 € im Jahr — deutlich mehr als klassisches Hosting, dafür ohne Wartungsaufwand.
Umsetzungskosten durch eine Agentur
| Umfang | Enthalten | Preis |
|---|---|---|
| Landingpage | eine Seite, Formular, Tracking | 1.500–4.000 € |
| Kompakte Website | 5–8 Seiten, Vorlage angepasst | 3.500–8.000 € |
| Unternehmenswebsite | 10–15 Seiten, individuelles Design, CMS-Strukturen | 9.000–20.000 € |
| Umfangreiche Website | 20+ Seiten, komplexe Inhaltsstrukturen, Animationen | 20.000–45.000 € |
Der Aufwand liegt damit im selben Bereich wie bei anderen Systemen. Der Unterschied liegt weniger im Preis der Erstellung als im laufenden Betrieb: keine Update-Wartung, dafür höhere Lizenzkosten.
Gesamtkosten über drei Jahre
Beispielrechnung für eine Unternehmenswebsite mit 12 Seiten, Blog und zwei Redakteuren:
| Position | Webflow | WordPress | Headless individuell |
|---|---|---|---|
| Aufbau | 12.000 € | 11.000 € | 22.000 € |
| Lizenz/Hosting 36 Monate | 2.900 € | 1.800 € | 1.800 € |
| Wartung 36 Monate | 900 € | 7.200 € | 3.600 € |
| Anpassungen 36 Monate | 4.500 € | 5.400 € | 5.400 € |
| Summe 3 Jahre | 20.300 € | 25.400 € | 32.800 € |
Über drei Jahre schneidet Webflow in diesem Szenario gut ab, weil die Wartungskosten weitgehend entfallen. Der Vorteil schrumpft, wenn viele Personen Bearbeitungsrechte brauchen oder die Website stark wächst — dann steigen die Lizenzkosten überproportional.
Vergleich mit Alternativen
| Kriterium | Webflow | WordPress | Headless individuell |
|---|---|---|---|
| Gestaltungsfreiheit | hoch | hoch mit Aufwand | vollständig |
| Wartungsaufwand | sehr gering | hoch | gering |
| Laufende Lizenzkosten | hoch | gering | gering |
| Datenhoheit | beim Anbieter | bei euch | bei euch |
| Redaktion | gut | sehr gut | je nach CMS sehr gut |
| Anbieterwechsel | aufwendig | gut möglich | gut möglich |
| Verfügbarkeit von Dienstleistern | mittel | sehr hoch | mittel |
Wann sich Webflow lohnt
- Gestaltungsanspruch hoch, aber kein Bedarf an eigener Geschäftslogik
- Kleines Team ohne IT-Ressourcen, das Wartung vermeiden will
- Marketing-getriebene Websites, die häufig angepasst werden
- Kampagnenseiten und Landingpages, die schnell entstehen sollen
- Agenturen und Studios, die eigene Auftritte pflegen
Grenzen und Risiken
- 1Bindung an die Plattform: Ein Wechsel bedeutet praktisch einen Neubau des Frontends
- 2Preisänderungen liegen außerhalb eurer Kontrolle — kalkuliert Puffer ein
- 3Serverstandort und Datenverarbeitung: bei strengen Datenschutzanforderungen vorab prüfen
- 4Funktionsumfang wird vom Anbieter bestimmt, nicht von euren Anforderungen
- 5Kleinerer Markt an Dienstleistern als bei WordPress — prüft die Verfügbarkeit in eurer Region
Diese Punkte sind kein Ausschlusskriterium, sollten aber bewusst entschieden werden. Wer die Plattformbindung akzeptiert und dafür wartungsarmen Betrieb bekommt, macht ein faires Geschäft. Wer maximale Unabhängigkeit braucht, ist mit einem Headless-Setup besser bedient.
Systemvergleich für euren Fall
Wir rechnen euch Webflow, WordPress und ein Headless-Setup über fünf Jahre durch — mit euren Zahlen, nicht mit Beispielwerten.
Vergleich anfragenHäufige Fragen
Was kostet Webflow im Monat?+
Was kostet eine Website mit Webflow bei einer Agentur?+
Ist Webflow günstiger als WordPress?+
Kann ich meine Webflow-Website exportieren?+
Ist Webflow DSGVO-konform nutzbar?+
Webflow, WordPress oder eigenes Frontend?
Wir rechnen die drei Wege für euren Fall durch — inklusive laufender Kosten über fünf Jahre.
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