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SEO & Sichtbarkeit

Webseiten-Check.
40 Punkte, 60 Minuten.

Bevor ihr Angebote einholt, solltet ihr wissen, wo ihr steht. Dieser Selbsttest braucht keine Vorkenntnisse.

23. Juli 2026 13 Min Lesezeit

Die meisten Website-Projekte beginnen mit einem Gefühl: „Irgendwie bringt unsere Seite nichts.“ Das ist ein schlechter Ausgangspunkt für ein Angebot, weil niemand — auch keine Agentur — daraus ableiten kann, was zu tun ist. Ein strukturierter Webseiten-Check macht aus dem Gefühl eine Liste. Die folgenden 40 Punkte könnt ihr ohne Vorkenntnisse selbst durchgehen, mit ausschließlich kostenlosen Werkzeugen. Am Ende habt ihr einen Bewertungsbogen, der euch sagt, wo der größte Hebel liegt — und der euch bei jedem Agenturgespräch eine deutlich bessere Verhandlungsposition verschafft.

Vorbereitung: fünf Minuten

  1. 1Öffnet PageSpeed Insights (pagespeed.web.dev) in einem Tab
  2. 2Öffnet eure Website in einem zweiten Tab, im privaten Fenster
  3. 3Legt ein Blatt oder eine Tabelle an mit den fünf Bereichen und je einer Punktzahl
  4. 4Nehmt euer Smartphone dazu — ein Drittel der Punkte wird dort geprüft
  5. 5Wählt die fünf wichtigsten Seiten aus: Startseite, zwei Leistungsseiten, Kontakt, eine Detailseite

Bereich 1: Ladezeit (8 Punkte)

Nr.PrüfpunktSo prüft ihrZiel
1Mobile GesamtbewertungPageSpeed Insights, Reiter Mobilüber 70
2LCP mobilPageSpeed Insightsunter 2,5 s
3CLSPageSpeed Insightsunter 0,1
4INPPageSpeed Insights, Felddatenunter 200 ms
5SeitengewichtDevTools, Reiter Netzwerkunter 2 MB
6Größtes EinzelelementDevTools, nach Größe sortierenunter 400 KB
7Gefühlte Ladezeit mobilHandy, mobiles Netz statt WLANunter 3 s bis etwas sichtbar ist
8Kein Hintergrundvideo im Kopfbereichansehenkeins vorhanden

Punkt 7 ist der ehrlichste Test des ganzen Bereichs: WLAN ausschalten, mobile Daten nutzen, Seite aufrufen und mitzählen. Was sich dabei zäh anfühlt, fühlt sich für eure Besucher genauso an.

Bereich 2: Technik und SEO (10 Punkte)

Nr.PrüfpunktSo prüft ihr
9HTTPS aktiv, http leitet weiterhttp://eure-domain.de aufrufen
10Nur eine Domain-Variante erreichbarmit und ohne www aufrufen
11Seiten sind indexiertsite:eure-domain.de bei Google
12Sitemap vorhanden und aktuell/sitemap.xml aufrufen
13robots.txt blockiert nichts Wichtiges/robots.txt aufrufen
14Jede Seite hat einen eigenen TitleBrowser-Tab-Beschriftung vergleichen
15Meta-Descriptions vorhandenGoogle-Suchergebnis ansehen
16Genau eine H1 pro SeiteRechtsklick → Seitenquelltext, nach h1 suchen
17Strukturierte Daten vorhandenRich Results Test von Google
18Keine toten Links in der Navigationalle Menüpunkte durchklicken

Bereich 3: Inhalt (8 Punkte)

  1. 119. Fünf-Sekunden-Test bestanden: Erkennt ein Fremder in fünf Sekunden, was ihr anbietet und für wen?
  2. 220. Ortsbezug vorhanden: Steht auf der Startseite, wo ihr tätig seid?
  3. 321. Jede Leistung hat eine eigene Seite — keine Sammelseite mit allem
  4. 422. Keine zwei Seiten zielen auf dieselbe Suchanfrage
  5. 523. Texte sprechen den Kunden an, nicht über euch selbst
  6. 624. Echte Bilder statt Stockfotos
  7. 725. Referenzen mit konkreten Ergebnissen vorhanden
  8. 826. Nichts ist offensichtlich veraltet: Jahreszahlen, Team, Preise, Öffnungszeiten

Für Punkt 19 gibt es einen einfachen Test: Zeigt jemandem, der euer Geschäft nicht kennt, fünf Sekunden lang eure Startseite auf dem Handy. Dann fragt: Was machen die, für wen, und wo? Wer das nicht beantworten kann, hat kein Designproblem, sondern ein Aussageproblem.

Bereich 4: Conversion (8 Punkte)

  1. 127. Telefonnummer im Kopfbereich sichtbar und auf dem Handy klickbar
  2. 228. Auf jeder Seite gibt es eine klare nächste Handlung
  3. 329. Kontaktformular hat höchstens fünf Pflichtfelder
  4. 430. Formular getestet: Kommt die Mail an? Auch im Spam-Ordner nachgesehen?
  5. 531. Nach dem Absenden erscheint eine Bestätigung mit den nächsten Schritten
  6. 632. Vertrauenssignale sichtbar: Bewertungen, Zahlen, Zertifikate, Gesichter
  7. 733. Preise oder zumindest Preisrahmen genannt
  8. 834. Cookie-Banner verdeckt nicht die wichtigste Handlungsaufforderung

Bereich 5: Recht und Sicherheit (6 Punkte)

  1. 135. Impressum vollständig und von jeder Seite in zwei Klicks erreichbar
  2. 236. Datenschutzerklärung nennt alle tatsächlich eingesetzten Dienste
  3. 337. Cookie-Banner: Ablehnen genauso einfach wie Zustimmen, nichts vorausgewählt
  4. 438. Vor Zustimmung werden keine Tracking-Skripte geladen (DevTools, Reiter Netzwerk)
  5. 539. Backup existiert und wurde mindestens einmal getestet
  6. 640. System und Erweiterungen sind aktuell — Datum des letzten Updates bekannt?

Punkt 39 und 40 könnt ihr oft nicht selbst beantworten. Genau das ist das Ergebnis: Wenn niemand im Unternehmen weiß, wann zuletzt ein Update eingespielt oder ein Backup geprüft wurde, ist die Antwort in der Regel „zu lange her“. Was regelmäßig anfallen sollte, steht im Artikel zur Website-Wartung.

Auswerten und priorisieren

Zählt pro Bereich, wie viele Punkte ihr erfüllt. Die Bereiche sind unterschiedlich schwer gewichtet — nicht jeder Punkt kostet gleich viel Umsatz.

BereichPunkteKritisch abPriorität
Recht & Sicherheit6unter 5 erfülltsofort — Haftungsrisiko
Conversion8unter 5 erfüllthoch — kostet direkt Anfragen
Ladezeit8unter 5 erfüllthoch — schnell behebbar
Technik & SEO10unter 7 erfülltmittel — wirkt verzögert
Inhalt8unter 5 erfülltmittel — braucht Zeit
  • Über 34 von 40: Eure Website ist in gutem Zustand. Arbeitet an Inhalt und Sichtbarkeit statt an der Technik.
  • 26–34: Solide Basis mit klaren Lücken. Ein gezieltes Optimierungsprojekt von 15–30 Stunden bringt spürbar mehr als ein Relaunch.
  • 17–25: Grundlegende Überarbeitung sinnvoll. Prüft, ob Reparatur oder Neubau wirtschaftlicher ist.
  • unter 17: Neubau ist fast immer günstiger als die Summe der Einzelreparaturen.

Der Wert dieses Selbsttests liegt nicht in der Punktzahl, sondern darin, dass ihr im nächsten Agenturgespräch konkrete Befunde nennen könnt statt eines Gefühls."

Wenn ihr die Ergebnisse in konkrete Maßnahmen übersetzen wollt: Der Leitfaden zur Website-Optimierung geht die vier Ebenen in der richtigen Reihenfolge durch — inklusive 90-Tage-Fahrplan.

Nächster Schritt

Zweite Meinung zu eurem Ergebnis

Schickt uns eure Punktzahl und die Domain. Wir prüfen nach, ordnen die Befunde ein und sagen euch, was zuerst drankommt — kostenlos und ohne Verkaufsgespräch.

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FAQ

Häufige Fragen

Wie kann ich meine Website selbst prüfen?+
Mit kostenlosen Werkzeugen: PageSpeed Insights für Ladezeit, der Rich Results Test für strukturierte Daten, die Browser-DevTools für Seitengewicht und Tracking sowie eine site-Abfrage bei Google für die Indexierung. Die 40 Punkte in diesem Artikel decken alle relevanten Bereiche ab.
Was kostet ein professioneller Website-Check?+
Ein Audit mit priorisierter Maßnahmenliste kostet 1.500–3.500 €, umfangreichere Analysen mit Wettbewerbsvergleich und Keyword-Recherche 3.500–9.000 €. Der Selbsttest ersetzt das nicht, zeigt aber, ob sich der Aufwand lohnt.
Wie oft sollte man eine Website prüfen?+
Einmal jährlich vollständig, quartalsweise die Kernpunkte: Formulartest, Ladezeit, Search Console, veraltete Inhalte. Nach jedem größeren Update oder Relaunch zusätzlich einmal komplett.
Ab welcher Punktzahl lohnt sich ein Relaunch?+
Unter 17 von 40 Punkten ist ein Neubau meist günstiger als die Summe der Einzelreparaturen. Zwischen 26 und 34 Punkten reicht in der Regel ein gezieltes Optimierungsprojekt von 15–30 Stunden.
Welcher Bereich ist am wichtigsten?+
Recht und Sicherheit zuerst, weil dort Haftungsrisiken liegen. Danach Conversion und Ladezeit, weil beide unmittelbar Anfragen kosten. Technik und Inhalt wirken wichtig, aber verzögert.
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40 Punkte, ein klares Bild.

Wenn ihr die Befunde lieber übersetzt bekommt: Wir machen den Check und liefern die Maßnahmenliste mit Aufwand und Wirkung.

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