Fast jeder versteht, dass ein Firmenwagen zur Inspektion muss. Bei Websites hält sich hartnäckig die Vorstellung, sie seien einmalig gekauft und dann fertig. Das Ergebnis sehen wir regelmäßig: Websites, die vier Jahre lang niemand angefasst hat, mit veralteten Systemen, kaputten Formularen, abgelaufenen Zertifikaten und einem Backup, das seit 2023 leer läuft. Die Reparatur kostet dann ein Vielfaches dessen, was Wartung gekostet hätte. Dieser Artikel listet auf, was Website-Wartung konkret umfasst, was ein fairer Preis ist und woran ihr erkennt, ob ihr für echte Arbeit oder für eine Rechnungsposition bezahlt.
Warum Wartung kein Luxus ist
Eine Website steht in einem Umfeld, das sich ständig verändert: Browser bekommen alle sechs Wochen Updates, PHP-Versionen laufen aus, Sicherheitslücken werden veröffentlicht, Google ändert Bewertungskriterien, Dienstleister stellen Schnittstellen um. Nichts davon fragt euch vorher. Wartung ist der Prozess, mit dem eure Website mit dieser Umgebung Schritt hält.
- Sicherheit: Bekannte Lücken in CMS und Plugins werden automatisiert ausgenutzt, oft binnen Tagen nach Veröffentlichung
- Verfügbarkeit: Ausfälle bemerkt ohne Monitoring meist der Kunde vor euch
- Funktion: Formulare fallen still aus, wenn sich Mailserver-Einstellungen oder Spam-Regeln ändern
- Recht: Datenschutzhinweise und Cookie-Banner müssen mit eingesetzten Diensten aktuell bleiben
- Sichtbarkeit: Tote Links, gelöschte Seiten und veraltete Inhalte kosten schleichend Rankings
Die Aufgaben im Detail
Technische Wartung
- Updates für CMS, Plugins, Themes und Bibliotheken — nach Test, nicht blind auf der Live-Seite
- Serverseitige Aktualisierungen: PHP-, Node- oder Datenbankversionen rechtzeitig anheben
- Backups: täglich automatisch, extern gespeichert, und mindestens einmal pro Jahr testweise zurückgespielt
- SSL-Zertifikate: automatische Verlängerung überwachen, nicht nur einrichten
- Uptime-Monitoring mit Benachrichtigung bei Ausfall
- Sicherheitsprüfung: Login-Schutz, Dateiberechtigungen, Malware-Scan
Funktionale Kontrolle
- Alle Formulare absenden und prüfen, ob die Mail wirklich ankommt
- Wichtige Nutzerwege einmal durchklicken — auch auf dem Smartphone
- Tote Links und 404-Fehler suchen und beheben
- Ladezeit messen und mit dem Vormonat vergleichen
- Suchkonsole auf Crawling- und Indexierungsfehler prüfen
Inhaltliche Pflege
- Veraltete Inhalte aktualisieren: Preise, Öffnungszeiten, Team, Referenzen
- Neue Referenzen und Projekte ergänzen
- Jahreszahlen und Datumsangaben prüfen — nichts wirkt so verlassen wie „Copyright 2022“
- Rechtstexte auf neue Dienste hin kontrollieren
Was wann passieren sollte
| Rhythmus | Aufgabe | Zeitaufwand |
|---|---|---|
| Täglich (automatisiert) | Backup, Uptime-Monitoring, Malware-Scan | 0 Std. (Automatik) |
| Monatlich | Updates, Formulartest, Ladezeit, Search Console, Fehlerlogs | 1–3 Std. |
| Quartalsweise | Backup-Rücksicherung testen, Broken-Link-Check, Analytics-Auswertung | 2–4 Std. |
| Halbjährlich | Rechtstexte prüfen, Browser-/Gerätetest, Zugänge und Rechte durchsehen | 2–4 Std. |
| Jährlich | Technisches Audit, Serverversionen anheben, Inhaltsinventur, Passwortwechsel | 6–12 Std. |
Summiert ergibt das für eine mittlere Unternehmenswebsite rund 25 bis 50 Stunden pro Jahr. Das ist der ehrliche Bezugsrahmen, an dem ihr jedes Wartungsangebot messen könnt.
Was Website-Wartung kosten darf
| Paket | Umfang | Preis/Monat |
|---|---|---|
| Basis | Hosting, Backups, Updates, Monitoring | 40–90 € |
| Standard | Basis + monatliche Funktionskontrolle, Reporting, 1 Std. Änderungen | 120–250 € |
| Komfort | Standard + SEO-Monitoring, Performance-Optimierung, 3 Std. Änderungen | 300–600 € |
| Managed | Komfort + Redaktion, laufende Inhalte, Priorisierter Support | 700–2.000 € |
Was im Wartungsvertrag stehen muss
- 1Konkrete Leistungsliste statt „laufende Betreuung“ — jede Aufgabe mit Rhythmus benannt
- 2Reaktionszeiten, getrennt nach Störungsgrad: Website offline vs. Tippfehler
- 3Erreichbarkeit: Zeiten, Kanäle, Notfallkontakt
- 4Enthaltene Änderungsstunden und Stundensatz für alles darüber hinaus
- 5Wer die Backups hält und wie ihr im Notfall selbst drankommt
- 6Monatliches oder quartalsweises Reporting mit den durchgeführten Arbeiten
- 7Kündigungsfrist von maximal drei Monaten, keine 24-Monats-Bindung
- 8Übergaberegelung: Zugänge, Dokumentation, Datenexport bei Vertragsende
„Ein Wartungsvertrag ohne Reporting ist ein Abo. Verlangt jeden Monat eine Zeile pro erledigter Aufgabe — das kostet die Agentur zwei Minuten und euch die Ungewissheit."
Selbst warten: Was realistisch geht
Ein Teil der Wartung ist ohne Fachkenntnis machbar, ein anderer nicht. Diese Aufteilung funktioniert in der Praxis gut:
| Aufgabe | Selbst machbar? | Anmerkung |
|---|---|---|
| Inhalte aktualisieren | ja | wenn ein CMS vorhanden ist |
| Formulare testen | ja | monatlich, dauert 5 Minuten |
| Search Console prüfen | eingeschränkt | Fehler erkennen ja, beheben oft nicht |
| Plugin-Updates | riskant | ohne Testumgebung kann eine Seite ausfallen |
| PHP-/Serverversion anheben | nein | kann die Seite komplett lahmlegen |
| Backup-Rücksicherung testen | nein | braucht Staging-Umgebung |
| Sicherheitsvorfall beheben | nein | Zeitkritisch, braucht Erfahrung |
Ein sinnvolles Modell für kleinere Unternehmen: Ihr übernehmt Inhalte und die monatliche Funktionskontrolle, die Agentur übernimmt Technik, Sicherheit und Backups. Das drückt die Kosten auf das Basis-Paket, ohne das Risiko zu erhöhen.
Was passiert, wenn niemand sich kümmert
| Zeitraum ohne Wartung | Typischer Zustand |
|---|---|
| 3 Monate | Erste Plugin-Warnungen, kleinere Darstellungsfehler auf neuen Browserversionen |
| 6 Monate | Bekannte Sicherheitslücken offen, Ladezeit steigt, erste tote Links |
| 12 Monate | Formular fällt still aus, Rankings sinken schleichend, Backup unbrauchbar |
| 24 Monate | PHP-Version ausgelaufen, Updates nur noch mit Bruch möglich |
| 36+ Monate | Update-Kette gerissen: Neubau oft günstiger als Reparatur |
Die letzte Zeile ist der eigentliche Kostenpunkt. Eine Website, deren Updates drei Jahre liegen geblieben sind, lässt sich häufig nicht mehr wirtschaftlich aktualisieren — zwischen der installierten und der aktuellen Version liegen dann Breaking Changes, die einzeln nachgezogen werden müssten. 60 € pro Monat über drei Jahre sind 2.160 €. Ein Neubau beginnt bei 8.000 €.
Wartung, die man nachlesen kann
Feste Leistungsliste, monatliches Reporting, drei Monate Kündigungsfrist. Wir übernehmen auch Websites, die wir nicht gebaut haben — nach einer technischen Bestandsaufnahme.
Wartung anfragenHäufige Fragen
Was kostet die Wartung einer Website pro Monat?+
Ist ein Wartungsvertrag Pflicht?+
Was gehört in einen Wartungsvertrag?+
Kann ich meine Website selbst warten?+
Braucht auch eine statisch gebaute Website Wartung?+
Wann wurde eure Website zuletzt angefasst?
Wir machen eine technische Bestandsaufnahme und sagen euch, was dringend ist, was warten kann und was gar nicht nötig ist.
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