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Webentwicklung

Website-Wartung.
Der unsichtbare Teil.

Was monatlich passieren muss, damit eine Website in drei Jahren noch läuft — und was ein fairer Vertrag dafür kostet.

21. Juli 2026 10 Min Lesezeit

Fast jeder versteht, dass ein Firmenwagen zur Inspektion muss. Bei Websites hält sich hartnäckig die Vorstellung, sie seien einmalig gekauft und dann fertig. Das Ergebnis sehen wir regelmäßig: Websites, die vier Jahre lang niemand angefasst hat, mit veralteten Systemen, kaputten Formularen, abgelaufenen Zertifikaten und einem Backup, das seit 2023 leer läuft. Die Reparatur kostet dann ein Vielfaches dessen, was Wartung gekostet hätte. Dieser Artikel listet auf, was Website-Wartung konkret umfasst, was ein fairer Preis ist und woran ihr erkennt, ob ihr für echte Arbeit oder für eine Rechnungsposition bezahlt.

Warum Wartung kein Luxus ist

Eine Website steht in einem Umfeld, das sich ständig verändert: Browser bekommen alle sechs Wochen Updates, PHP-Versionen laufen aus, Sicherheitslücken werden veröffentlicht, Google ändert Bewertungskriterien, Dienstleister stellen Schnittstellen um. Nichts davon fragt euch vorher. Wartung ist der Prozess, mit dem eure Website mit dieser Umgebung Schritt hält.

  • Sicherheit: Bekannte Lücken in CMS und Plugins werden automatisiert ausgenutzt, oft binnen Tagen nach Veröffentlichung
  • Verfügbarkeit: Ausfälle bemerkt ohne Monitoring meist der Kunde vor euch
  • Funktion: Formulare fallen still aus, wenn sich Mailserver-Einstellungen oder Spam-Regeln ändern
  • Recht: Datenschutzhinweise und Cookie-Banner müssen mit eingesetzten Diensten aktuell bleiben
  • Sichtbarkeit: Tote Links, gelöschte Seiten und veraltete Inhalte kosten schleichend Rankings

Die Aufgaben im Detail

Technische Wartung

  • Updates für CMS, Plugins, Themes und Bibliotheken — nach Test, nicht blind auf der Live-Seite
  • Serverseitige Aktualisierungen: PHP-, Node- oder Datenbankversionen rechtzeitig anheben
  • Backups: täglich automatisch, extern gespeichert, und mindestens einmal pro Jahr testweise zurückgespielt
  • SSL-Zertifikate: automatische Verlängerung überwachen, nicht nur einrichten
  • Uptime-Monitoring mit Benachrichtigung bei Ausfall
  • Sicherheitsprüfung: Login-Schutz, Dateiberechtigungen, Malware-Scan

Funktionale Kontrolle

  • Alle Formulare absenden und prüfen, ob die Mail wirklich ankommt
  • Wichtige Nutzerwege einmal durchklicken — auch auf dem Smartphone
  • Tote Links und 404-Fehler suchen und beheben
  • Ladezeit messen und mit dem Vormonat vergleichen
  • Suchkonsole auf Crawling- und Indexierungsfehler prüfen

Inhaltliche Pflege

  • Veraltete Inhalte aktualisieren: Preise, Öffnungszeiten, Team, Referenzen
  • Neue Referenzen und Projekte ergänzen
  • Jahreszahlen und Datumsangaben prüfen — nichts wirkt so verlassen wie „Copyright 2022“
  • Rechtstexte auf neue Dienste hin kontrollieren

Was wann passieren sollte

RhythmusAufgabeZeitaufwand
Täglich (automatisiert)Backup, Uptime-Monitoring, Malware-Scan0 Std. (Automatik)
MonatlichUpdates, Formulartest, Ladezeit, Search Console, Fehlerlogs1–3 Std.
QuartalsweiseBackup-Rücksicherung testen, Broken-Link-Check, Analytics-Auswertung2–4 Std.
HalbjährlichRechtstexte prüfen, Browser-/Gerätetest, Zugänge und Rechte durchsehen2–4 Std.
JährlichTechnisches Audit, Serverversionen anheben, Inhaltsinventur, Passwortwechsel6–12 Std.

Summiert ergibt das für eine mittlere Unternehmenswebsite rund 25 bis 50 Stunden pro Jahr. Das ist der ehrliche Bezugsrahmen, an dem ihr jedes Wartungsangebot messen könnt.

Was Website-Wartung kosten darf

PaketUmfangPreis/Monat
BasisHosting, Backups, Updates, Monitoring40–90 €
StandardBasis + monatliche Funktionskontrolle, Reporting, 1 Std. Änderungen120–250 €
KomfortStandard + SEO-Monitoring, Performance-Optimierung, 3 Std. Änderungen300–600 €
ManagedKomfort + Redaktion, laufende Inhalte, Priorisierter Support700–2.000 €

Was im Wartungsvertrag stehen muss

  1. 1Konkrete Leistungsliste statt „laufende Betreuung“ — jede Aufgabe mit Rhythmus benannt
  2. 2Reaktionszeiten, getrennt nach Störungsgrad: Website offline vs. Tippfehler
  3. 3Erreichbarkeit: Zeiten, Kanäle, Notfallkontakt
  4. 4Enthaltene Änderungsstunden und Stundensatz für alles darüber hinaus
  5. 5Wer die Backups hält und wie ihr im Notfall selbst drankommt
  6. 6Monatliches oder quartalsweises Reporting mit den durchgeführten Arbeiten
  7. 7Kündigungsfrist von maximal drei Monaten, keine 24-Monats-Bindung
  8. 8Übergaberegelung: Zugänge, Dokumentation, Datenexport bei Vertragsende

Ein Wartungsvertrag ohne Reporting ist ein Abo. Verlangt jeden Monat eine Zeile pro erledigter Aufgabe — das kostet die Agentur zwei Minuten und euch die Ungewissheit."

Selbst warten: Was realistisch geht

Ein Teil der Wartung ist ohne Fachkenntnis machbar, ein anderer nicht. Diese Aufteilung funktioniert in der Praxis gut:

AufgabeSelbst machbar?Anmerkung
Inhalte aktualisierenjawenn ein CMS vorhanden ist
Formulare testenjamonatlich, dauert 5 Minuten
Search Console prüfeneingeschränktFehler erkennen ja, beheben oft nicht
Plugin-Updatesriskantohne Testumgebung kann eine Seite ausfallen
PHP-/Serverversion anhebenneinkann die Seite komplett lahmlegen
Backup-Rücksicherung testenneinbraucht Staging-Umgebung
Sicherheitsvorfall behebenneinZeitkritisch, braucht Erfahrung

Ein sinnvolles Modell für kleinere Unternehmen: Ihr übernehmt Inhalte und die monatliche Funktionskontrolle, die Agentur übernimmt Technik, Sicherheit und Backups. Das drückt die Kosten auf das Basis-Paket, ohne das Risiko zu erhöhen.

Was passiert, wenn niemand sich kümmert

Zeitraum ohne WartungTypischer Zustand
3 MonateErste Plugin-Warnungen, kleinere Darstellungsfehler auf neuen Browserversionen
6 MonateBekannte Sicherheitslücken offen, Ladezeit steigt, erste tote Links
12 MonateFormular fällt still aus, Rankings sinken schleichend, Backup unbrauchbar
24 MonatePHP-Version ausgelaufen, Updates nur noch mit Bruch möglich
36+ MonateUpdate-Kette gerissen: Neubau oft günstiger als Reparatur

Die letzte Zeile ist der eigentliche Kostenpunkt. Eine Website, deren Updates drei Jahre liegen geblieben sind, lässt sich häufig nicht mehr wirtschaftlich aktualisieren — zwischen der installierten und der aktuellen Version liegen dann Breaking Changes, die einzeln nachgezogen werden müssten. 60 € pro Monat über drei Jahre sind 2.160 €. Ein Neubau beginnt bei 8.000 €.

Nächster Schritt

Wartung, die man nachlesen kann

Feste Leistungsliste, monatliches Reporting, drei Monate Kündigungsfrist. Wir übernehmen auch Websites, die wir nicht gebaut haben — nach einer technischen Bestandsaufnahme.

Wartung anfragen
FAQ

Häufige Fragen

Was kostet die Wartung einer Website pro Monat?+
Basispakete mit Hosting, Backups, Updates und Monitoring liegen bei 40–90 € monatlich. Mit monatlicher Funktionskontrolle und enthaltenen Änderungsstunden sind es 120–250 €, mit SEO-Monitoring und Optimierung 300–600 €.
Ist ein Wartungsvertrag Pflicht?+
Rechtlich nein. Praktisch ist er bei jedem System mit Updates — also WordPress, TYPO3, Shopsystemen — dringend zu empfehlen, weil bekannte Sicherheitslücken automatisiert ausgenutzt werden.
Was gehört in einen Wartungsvertrag?+
Eine konkrete Leistungsliste mit Rhythmus, Reaktionszeiten nach Störungsgrad, Erreichbarkeit, enthaltene Änderungsstunden, Backup-Regelung, regelmäßiges Reporting sowie eine Kündigungsfrist von höchstens drei Monaten.
Kann ich meine Website selbst warten?+
Inhalte, Formulartests und einfache Kontrollen ja. Updates ohne Testumgebung, Serverversionen und Sicherheitsvorfälle sollten Fachleute übernehmen — hier richtet ein Fehlversuch schnell mehr Schaden an als die Wartung gekostet hätte.
Braucht auch eine statisch gebaute Website Wartung?+
Weniger, aber nicht keine. Zertifikate, Formulardienste, Abhängigkeiten und Inhalte müssen weiterhin geprüft werden. Der Aufwand liegt typischerweise bei einem Drittel gegenüber einer CMS-Installation.
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Wann wurde eure Website zuletzt angefasst?

Wir machen eine technische Bestandsaufnahme und sagen euch, was dringend ist, was warten kann und was gar nicht nötig ist.

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