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Portfolio-Website
erstellen.

Nicht alles zeigen, was ihr könnt — sondern das, wovon ihr mehr wollt.

23. Juli 2026 11 Min Lesezeit

Portfolios scheitern selten an der Qualität der gezeigten Arbeiten. Sie scheitern daran, dass sie als Archiv gedacht sind statt als Verkaufsinstrument. 40 Projekte in einem Raster, keine Erklärung, keine Priorisierung, kein erkennbarer Schwerpunkt — der Betrachter blättert durch, ist beeindruckt und meldet sich nicht. Ein gutes Portfolio nimmt dem Interessenten die Übersetzungsarbeit ab: Es zeigt nicht, was ihr gemacht habt, sondern welches Problem ihr für wen gelöst habt und was dabei herauskam. Dieser Artikel zeigt, wie das strukturell funktioniert — für Designer, Fotografinnen, Entwickler, Illustratoren und alle, die Aufträge über gezeigte Arbeit gewinnen.

Wofür das Portfolio tatsächlich da ist

Bevor ihr über Layout nachdenkt, klärt den Zweck. Ein Portfolio für Festanstellungen sieht anders aus als eines für Auftragsakquise, und beide unterscheiden sich von einem, das Kollegen in der Branche beeindrucken soll. Wer alle drei gleichzeitig bedienen will, bedient keinen davon richtig.

ZielBetrachterWichtigster Inhalt
Aufträge gewinnenpotenzieller KundeProblem, Vorgehen, Ergebnis
Anstellung findenRecruiter, Team-LeadProzess, Rolle im Team, Werkzeuge
Branchen-SichtbarkeitKollegen, JurysHandschrift, Anspruch, Experimente

Die Auswahl: weniger ist mehr

Sechs bis zehn Arbeiten reichen. Mehr verwässert den Eindruck, weil der Betrachter den Durchschnitt bewertet, nicht das Beste. Jede zusätzliche mittelmäßige Arbeit senkt die wahrgenommene Qualität aller anderen.

  • Startet mit der stärksten Arbeit — nicht mit der neuesten
  • Zeigt Bandbreite innerhalb eures Schwerpunkts, nicht über alle Disziplinen hinweg
  • Nehmt Arbeiten raus, die ihr nicht wiederholen wollt — sie ziehen genau solche Anfragen an
  • Auch unveröffentlichte oder Konzeptarbeiten sind zulässig, wenn ihr sie als solche kennzeichnet
  • Bei Teamarbeiten immer die eigene Rolle benennen — alles andere fliegt spätestens im Gespräch auf

Wie ein überzeugender Case aufgebaut ist

Ein Bildraster ohne Text ist ein Bilderbuch, keine Referenz. Ein Case braucht sechs Bausteine — auch wenn er nur zweihundert Wörter lang ist:

  1. 1Kontext: Wer war der Kunde, aus welcher Branche, wie groß?
  2. 2Aufgabe: Welches Problem sollte gelöst werden? Was war die Ausgangslage?
  3. 3Rolle: Was habt ihr genau gemacht, was andere?
  4. 4Vorgehen: Zwei bis drei Entscheidungen, die den Unterschied gemacht haben
  5. 5Ergebnis: was dabei herauskam — mit Zahl, wenn vorhanden
  6. 6Bildstrecke: das Ergebnis, gezeigt in Anwendung statt im luftleeren Raum

Der Unterschied zwischen einem schönen Portfolio und einem, das Aufträge bringt, sind meistens drei Sätze pro Projekt: Was war das Problem, was habt ihr entschieden, was kam heraus."

Struktur der Website

SeiteZweckPflicht?
StartseiteWer ihr seid, was ihr macht, drei beste Arbeitenja
Arbeiten-Übersichtalle Cases als Raster mit Kurzbeschreibungja
Case-Detailseitenje Projekt eine eigene Seiteja
Über michPerson, Werdegang, Arbeitsweise, Fotoja
Leistungenwas buchbar ist, in welchem Rahmenbei Auftragsakquise
KontaktFormular, Mail, Verfügbarkeitja
LebenslaufStationen, Ausbildung, Auszeichnungenbei Anstellungssuche

Wichtig ist die dritte Zeile: eigene URLs für jeden Case. Ein Portfolio, das alle Projekte in einer Bildergalerie auf einer einzigen Seite zeigt, kann weder einzeln geteilt noch von Suchmaschinen thematisch erfasst werden. Beides kostet Anfragen.

Die Über-mich-Seite — meist die zweitmeistbesuchte

Nach der Arbeitenübersicht ist „Über mich“ fast immer die zweitmeistbesuchte Seite. Menschen beauftragen Menschen, besonders bei kreativen Leistungen. Trotzdem steht dort meistens ein Absatz in dritter Person mit Aufzählung von Werkzeugen.

  • Ein echtes Foto — kein Logo, kein Avatar, keine Rückenansicht am Laptop
  • Ein Satz zur Positionierung: Was macht ihr, für wen, mit welcher Haltung?
  • Arbeitsweise beschreiben: Wie läuft eine Zusammenarbeit ab?
  • Werdegang kurz, relevante Stationen, keine lückenlose Chronik
  • Auszeichnungen und Veröffentlichungen, wenn vorhanden
  • Verfügbarkeit nennen: Nehmt ihr aktuell Projekte an?

Plattform: was für wen

LösungKostenStärkeGrenze
Behance, Dribbble & Co.kostenlosReichweite in der Branchekeine eigene Marke, keine Kontrolle
Baukasten mit Portfolio-Vorlage15–40 €/Monatschnell, ordentliche Gestaltungerkennbare Vorlage, begrenzte Freiheit
WordPress mit Portfolio-Themeab 1.500 € Aufbaueigene Domain, erweiterbarWartungsaufwand
Individuell entwickelt4.000–15.000 €volle GestaltungsfreiheitKosten, Zeit

Pragmatische Empfehlung: Für Berufseinsteiger und Nebenerwerb reicht eine Baukastenlösung mit eigener Domain vollkommen. Wer hauptberuflich von Aufträgen lebt und über Gestaltung verkauft, sollte in eine eigene Umsetzung investieren — bei Designern und Studios ist das Portfolio selbst die stärkste Arbeitsprobe.

Technik: Bilder, Ladezeit, Rechte

  • Bildqualität hoch, Dateigröße klein: WebP oder AVIF, richtig dimensioniert
  • Verzögertes Laden für alles unterhalb des sichtbaren Bereichs — bei Bildstrecken entscheidend
  • Ladezeit im Blick: Ein Portfolio mit 40 unkomprimierten Bildern lädt zehn Sekunden und wird nicht gesehen
  • Aussagekräftige Dateinamen und Alternativtexte — auch die Bildersuche bringt Anfragen
  • Nutzungsrechte klären: Nicht jede Auftragsarbeit darf gezeigt werden, besonders unter Vertraulichkeitsvereinbarung
  • Bei Personen auf Fotos: Einwilligung einholen, das gilt auch für Kundenprojekte

Häufige Fehler

  1. 1Zu viele Arbeiten — der Durchschnitt bestimmt den Eindruck
  2. 2Keine Erklärung: Bilder ohne Kontext lassen den Betrachter raten
  3. 3Alles gemischt: Logo, Hochzeitsfotos und Webdesign auf einer Seite
  4. 4Kein Hinweis auf die eigene Rolle bei Teamprojekten
  5. 5Keine Kontaktmöglichkeit außer einem Formular ohne Reaktionszeit
  6. 6Seit zwei Jahren nicht aktualisiert — das jüngste Projekt ist von 2024
  7. 7Musik oder Animation, die sich nicht abschalten lässt

Für Fotografinnen und Fotografen kommen zusätzliche Anforderungen dazu — Galerien, Kundenbereiche, Bildschutz und Preisdarstellung. Die behandeln wir im eigenen Artikel zu Websites für Fotografen.

Nächster Schritt

Portfolio, das Anfragen bringt

Wir bauen Portfolio-Websites für Kreative und Studios — mit Struktur, die verkauft, und Technik, die auch bei 200 Bildern schnell bleibt.

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FAQ

Häufige Fragen

Wie viele Projekte gehören in ein Portfolio?+
Sechs bis zehn. Mehr verwässert den Eindruck, weil Betrachter den Durchschnitt bewerten. Jede schwächere Arbeit senkt die wahrgenommene Qualität der starken.
Was kostet eine Portfolio-Website?+
Eine Baukastenlösung kostet 15–40 € pro Monat, ein WordPress-Aufbau ab 1.500 €, eine individuell entwickelte Portfolio-Website 4.000–15.000 €. Für Studios, die über Gestaltung verkaufen, lohnt sich die eigene Umsetzung.
Wie baue ich ein Projekt im Portfolio auf?+
Kontext, Aufgabe, eigene Rolle, zwei bis drei zentrale Entscheidungen, Ergebnis mit Zahl und erst dann die Bildstrecke. Drei erklärende Sätze pro Projekt machen den Unterschied zwischen Bilderbuch und Referenz.
Reichen Behance oder Dribbble als Portfolio?+
Für Sichtbarkeit in der Branche ja, als alleinige Grundlage nein. Ihr baut dort Reichweite für eine fremde Plattform auf und habt weder eigene Marke noch Kontrolle. Eine eigene Domain sollte immer dazukommen.
Darf ich alle Auftragsarbeiten zeigen?+
Nicht automatisch. Prüft die vereinbarten Nutzungsrechte und etwaige Vertraulichkeitsvereinbarungen. Bei abgebildeten Personen braucht es zusätzlich deren Einwilligung — auch in Kundenprojekten.
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Wir gestalten Portfolios, die nicht nur zeigen, sondern erklären — und dadurch Anfragen auslösen.

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