Der Onepager hat einen guten Ruf, weil er schnell konsumierbar ist: Man scrollt, statt zu navigieren, und hat nach zwei Minuten alles gesehen. Für Einzelprojekte, Veranstaltungen, Portfolios oder frisch gegründete Unternehmen ist das oft genau richtig. Problematisch wird es, wenn ein Unternehmen mit fünf Leistungen und regionalem Geschäft alles auf eine Seite packt — dann ist der Onepager keine Reduktion, sondern eine Selbstbeschränkung, die Sichtbarkeit kostet. Dieser Artikel zieht die Grenze und zeigt, wie ein guter Onepager aufgebaut ist.
Wann ein Onepager die richtige Wahl ist
- Ein einziges Angebot: ein Produkt, ein Kurs, eine Dienstleistung ohne Varianten
- Veranstaltungen: Konferenz, Messe, Hochzeit, Ausstellung mit festem Termin
- Portfolios: Fotografie, Design, Musik — die Arbeit spricht, nicht der Text
- Vorläufige Präsenz vor dem eigentlichen Website-Projekt
- Persönliche Profile: Selbstständige mit klarem Einzelangebot
- Ergänzung zur Hauptwebsite für eine einzelne Kampagne
Wann ein Onepager schadet
- Mehrere Leistungen mit jeweils eigenem Suchvolumen — jede bräuchte eine eigene Seite
- Regionales Geschäft mit mehreren Standorten oder Einzugsgebieten
- Erklärungsbedürftige Angebote, bei denen Besucher gezielt zu einem Thema kommen
- Websites, die wachsen sollen: Blog, Referenzen, Karriere lassen sich nicht sinnvoll anhängen
- Alles, was von organischer Suche leben soll
Onepager, Landingpage, Website
| Onepager | Landingpage | Website | |
|---|---|---|---|
| Zweck | vollständige Präsenz | eine Kampagnenhandlung | vielseitige Präsenz |
| Navigation | Ankerlinks | keine | vollständig |
| Lebensdauer | dauerhaft | Kampagnendauer | dauerhaft |
| SEO | ein Thema | meist keins | viele Themen |
| Traffic-Quelle | organisch und direkt | bezahlt | organisch, direkt, bezahlt |
| Preis | 1.500–6.000 € | 1.200–12.000 € | ab 5.000 € |
Aufbau in sieben Abschnitten
- 1Kopfbereich: Wer ihr seid, was ihr anbietet, für wen — plus primäre Handlungsaufforderung
- 2Angebot: was ihr genau macht, in drei bis fünf Punkten
- 3Beweis: Referenzen, Arbeiten, Zahlen, Kundenstimmen
- 4Über: Person oder Team mit echtem Foto
- 5Ablauf: wie eine Zusammenarbeit konkret startet
- 6FAQ: die fünf Fragen, die sonst per Mail kommen
- 7Kontakt: Formular, Telefon, Standort, Rechtstexte
Wichtig ist die Navigation über Ankerlinks: Sie muss beim Scrollen mitlaufen und den aktiven Abschnitt markieren. Ohne diese Orientierung verlieren Besucher auf langen Seiten schnell das Gefühl dafür, wo sie sind und wie viel noch kommt.
SEO beim Onepager: die Grenzen kennen
Ein Onepager hat genau eine URL, einen Title, eine Description und eine H1. Damit kann er auf ein Thema optimiert werden — nicht auf mehrere. Wer das akzeptiert, kann trotzdem gut ranken.
- Title und H1 auf das eine Hauptthema ausrichten, inklusive Ortsbezug bei lokalem Geschäft
- Abschnittsüberschriften als H2 mit den zugehörigen Nebenbegriffen
- Strukturierte Daten für Organization oder LocalBusiness plus FAQPage
- Ankerlinks erzeugen keine eigenen Suchergebnisse — Google kann aber zu Abschnitten springen, wenn sie klar überschrieben sind
- Ladezeit im Blick behalten: Alles wird auf einmal geladen, das summiert sich schnell
Technische Besonderheiten
- Bilder unterhalb des sichtbaren Bereichs verzögert laden — beim Onepager besonders wichtig
- Weiches Scrollen zu Ankern, aber mit Rücksicht auf die Einstellung für reduzierte Bewegung
- Fixierte Kopfzeile beim Ankersprung berücksichtigen, sonst verschwindet die Überschrift darunter
- Ankerlinks in der URL erhalten, damit Besucher einzelne Abschnitte teilen können
- Kein Aufbau, der ausschließlich per JavaScript nachgeladen wird — Inhalte müssen im Quelltext stehen
Kosten und Ausbauweg
| Variante | Enthalten | Preis |
|---|---|---|
| Vorlage angepasst | Design aus Template, Texte vom Kunden | 800–2.000 € |
| Individuell gestaltet | eigenes Design, Struktur, Formular | 2.500–5.000 € |
| Mit Texten und Fotos | Konzept, Texte, Bildauswahl, Umsetzung | 4.000–8.000 € |
| Onepager + 3 Unterseiten | erweiterbare Basis, SEO-fähig | 5.000–10.000 € |
Wenn absehbar ist, dass die Website wachsen soll, plant den Ausbau von Anfang an: ein System mit Seitenverwaltung statt einer starren Einzelseite. Der Aufpreis ist gering, der spätere Umbau dagegen teuer.
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Kurz besprechenHäufige Fragen
Was kostet ein Onepager?+
Ist ein Onepager schlecht für SEO?+
Was ist der Unterschied zwischen Onepager und Landingpage?+
Kann ich einen Onepager später erweitern?+
Für wen eignet sich ein Onepager?+
Eine Seite kann genügen.
Wir sagen euch ehrlich, ob das bei euch der Fall ist — und bauen sie so, dass sie später mitwachsen kann.
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