Kleine Unternehmen bekommen beim Thema Website meistens zwei schlechte Angebote: entweder ein Baukasten für 29 € im Monat, mit dem sie 60 Stunden ihrer eigenen Zeit verbrennen, oder ein Agenturangebot über 25.000 €, das an ihrem Bedarf vorbeigeht. Dazwischen liegt der Bereich, in dem die meisten Kleinunternehmen und Selbstständigen tatsächlich gut aufgehoben sind: 4.000 bis 10.000 €, klar priorisiert, in Stufen ausbaubar. Dieser Artikel zeigt, wohin das Geld gehört, worauf ihr guten Gewissens verzichten könnt und welche Sparmaßnahmen sich später rächen.
Die fünf Prioritäten
Wenn das Budget begrenzt ist, entscheidet die Reihenfolge. Diese fünf Punkte bringen bei kleinen Unternehmen den größten Ertrag — in genau dieser Rangfolge:
- 1Klarheit in fünf Sekunden: Was ihr macht, für wen, und wo — sichtbar ohne Scrollen
- 2Kontaktaufnahme ohne Hürde: Telefonnummer klickbar, kurzes Formular, schnelle Antwort
- 3Mobile Nutzbarkeit und Ladezeit: über 70 Prozent kommen vom Smartphone
- 4Lokale Auffindbarkeit: Google Business Profil und Ortsbezug auf der Website
- 5Echte Beweise: Referenzen, Bewertungen, Fotos eurer tatsächlichen Arbeit
Was welches Budget hergibt
| Budget | Realistischer Umfang | Sinnvoll für |
|---|---|---|
| unter 1.500 € | Baukasten in Eigenarbeit, Vorlage anpassen | Nebenerwerb, erste Präsenz |
| 1.500–4.000 € | One-Pager oder 4 Seiten, angepasste Vorlage, Basis-SEO | Selbstständige, lokale Dienstleister |
| 4.000–8.000 € | 6–8 Seiten, individuelles Design im Rahmen, CMS, lokale SEO | Kleinunternehmen mit Anfragegeschäft |
| 8.000–15.000 € | 10–15 Seiten, eigene Leistungsseiten, Fotos, Karriere | wachsende Betriebe, mehrere Leistungen |
Die dritte Zeile ist für die meisten kleinen Unternehmen der richtige Bereich. Darunter fehlt in der Regel die Substanz für Sichtbarkeit, darüber zahlt ihr für Umfang, den ihr erst später braucht.
Worauf ihr getrost verzichten könnt
| Element | Kosten | Verzichtbar, weil |
|---|---|---|
| Aufwendige Startanimation | 800–3.000 € | kostet Ladezeit, bringt keine Anfrage |
| Blog ohne Redaktionsplan | 1.500 €+ | drei Beiträge aus 2024 schaden mehr als kein Blog |
| Chatbot | 500–2.000 € + laufend | Telefon ist bei kleinen Betrieben schneller |
| Mehrsprachigkeit ohne Bedarf | 40–60 % Aufpreis | verdoppelt Pflegeaufwand dauerhaft |
| Individuelles Icon-Set | 600–2.000 € | gute freie Sets sind kaum unterscheidbar |
| Videohintergrund im Hero | 1.500 €+ | größter Ladezeitfresser überhaupt |
Ein Hinweis zum Blog: Er ist ein starkes Instrument — aber nur mit Kontinuität. Wer sich nicht sicher ist, mindestens einen guten Beitrag pro Monat zu schaffen, investiert das Geld besser in bessere Leistungsseiten.
In Stufen ausbauen
Eine Website muss nicht in einem Zug fertig werden. Ein stufenweiser Ausbau verteilt die Kosten und lässt euch nach echten Daten entscheiden, was als Nächstes kommt.
| Stufe | Zeitpunkt | Inhalt | Budget |
|---|---|---|---|
| 1 | Start | Startseite, 2–3 Leistungsseiten, Kontakt, Rechtstexte | 3.000–5.000 € |
| 2 | nach 3–6 Monaten | Referenzen, weitere Leistungsseiten, Fotos | 1.500–3.000 € |
| 3 | nach 9–12 Monaten | Karriere, Ratgeberinhalte, lokale Unterseiten | 2.000–4.000 € |
| 4 | bei Bedarf | Terminbuchung, Shop, Kundenbereich | ab 3.000 € |
Was ihr selbst übernehmen könnt
- Texte im Rohentwurf: Ihr kennt eure Kunden und ihre Fragen besser als jede Agentur — Feinschliff kann extern passieren
- Fotos vom Arbeitsalltag: aktuelle Handyfotos schlagen jedes Stockbild, ein professionelles Shooting braucht nur Team und Räume
- Google Business Profil pflegen: kostet nichts und bringt bei lokalem Geschäft mehr als jede Designverbesserung
- Bewertungen einsammeln: systematisch nach jedem Auftrag fragen
- Inhalte aktuell halten: Preise, Zeiten, Team, Referenzen
Nicht selbst machen solltet ihr: technische Umsetzung, Struktur- und Keyword-Entscheidungen, Rechtstexte und alles, was mit Sicherheit zu tun hat. Dort sind die Fehler teurer als die Ersparnis.
Sichtbar werden ohne Werbebudget
- 1Google Business Profil vollständig ausfüllen und monatlich Fotos ergänzen
- 2Bewertungen aufbauen: 20 echte Bewertungen wirken stärker als jede Anzeige
- 3Ortsbezug auf der Website: Stadt und Einzugsgebiet ausdrücklich im Text nennen
- 4Branchenverzeichnisse und Kammereinträge mit identischen Angaben pflegen
- 5Für jede Leistung eine eigene Seite — das ist der günstigste SEO-Hebel überhaupt
- 6Zwei bis drei Fragen beantworten, die eure Kunden ständig stellen — als eigene Seiten
Diese sechs Punkte kosten zusammen fast kein Geld und bringen bei lokalem Geschäft mehr als ein Anzeigenbudget von 500 € im Monat. Wie ihr lokale Sichtbarkeit systematisch aufbaut, steht ausführlich in unserem Guide zu lokalem SEO.
Sparfehler, die später teuer werden
- 1Domain über die Agentur registrieren lassen — bei Trennung verhandelt ihr über eure eigene Adresse
- 2Keine Rechtstexte oder Generatortexte ohne Prüfung: Abmahnrisiko übersteigt die Ersparnis deutlich
- 3System wählen, aus dem ihr nicht herauskommt — Datenexport vorher prüfen
- 4Auf Wartung verzichten: nach drei Jahren ist ein Neubau oft günstiger als die Reparatur
- 5Fotos aus dem Internet verwenden: Bildrechteverstöße kosten schnell vierstellig
- 6Kein Backup: Ein einziger Ausfall kann die gesamte Investition vernichten
„Die günstigste Website ist nicht die mit dem kleinsten Angebot, sondern die, die man in fünf Jahren nicht ersetzen muss."
Website im richtigen Umfang
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Was kostet eine Website für ein kleines Unternehmen?+
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